Tauchen mit Nitrox…
…ein Geheimnis wird gelüftet!
seit einiger Zeit kann bei uns im Club auch Nitrox gefüllt werden. Da das Nitroxtauchen im In- und Ausland immer mehr Anhänger findet, hat sich die TSG Hagen entschlossen der allgemeinen Entwicklung Rechnung zu tragen und auch Nitroxfüllungen und Nitroxtauchkurse anzubieten.
Aber sicher stellen sich einige die Frage:
Nitrox, was ist das eigentlich? Brauche ich eine Besondere Ausrüstung? Wie wird gefüllt?
Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen will ich an dieser Stelle das Thema mal aufgreifen und einige dieser Fragen beantworten:
Ganz am Anfang steht nur ein Wort:
N I T R O X
Nitrox ist ein Kunstwort und besteht aus den beiden englischen Begriffen NITRogen (Stickstoff) und OXygen (Sauerstoff) und bedeutet nichts anderes als sauerstoff-angereicherte Luft. Damit ist auch gleich das Hauptmerkmal erklärt, Nitrox zeichnet sich durch einen Sauerstoffanteil aus der über dem normalen Anteil der Atemluft (21%) liegt. Und jetzt sollte es eigentlich bei jedem klingeln! Wenn ich den Sauerstoffanteil im Atemgas erhöhe muss natürlich etwas anderes geringer werden. Das stimmt: der Stickstoffanteil sinkt!
Und da jeder Taucher, der ein wenig bei unseren Theorieseminaren aufgepasst hat, weiss, dass Stickstoff der Atemgasbestandteil ist der uns beim Tauchen Probleme bereitet, wird sofort einleuchten wo der große Vorteil von Nitrox liegt.
Aufgrund des erhöhten Sauerstoffanteils ergeben sich für uns einige Vorteile: die Nullzeiten verlängern bzw. die Dekozeiten verkürzen sich.
Im Klartext bedeutet das für uns, dass wir eine viel geringere Stickstoffbelastung haben als wenn wir mit Druckluft tauchen würden. Am stärksten kommt der Vorteil zum tragen wenn man mal mehr als einen Tauchgang am Tag macht. Angenehmer Nebeneffekt ist hierbei auch eine viel geringere Müdigkeit nach dem Tauchen wie wir sie von der Druckluft her kennen.
Aber wo Licht ist, ist auch Schatten: Nitrox bietet nicht nur Vorteile.
Durch den erhöhten Sauerstoffanteil, ergibt sich eine höhere Gefahr der Sauerstoffvergiftung, der schon im Vorfeld der Tauchgangsplanung zu berücksichtigen ist.
Daraus kann man eines schließen: entgegen der landläufigen Meinung ist Nitrox kein Atemgas zum Tieftauchen, dafür gibt es andere Atemgasgemische.
Der zweite wirkliche Nachteil ( Vielleicht auch der EINZIGE richtige Nachteil! ) ergibt sich mal wieder aus unserem in Deutschland allseits beliebten Paragraphendschungel! Die deutschen Bestimmungen sagen: In Deutschland muss alles was einen Sauerstoffanteil über 21% hat, wie reiner Sauerstoff behandelt werden. In anderen Ländern, z.B. den Niederlanden, wird das ganze Thema nicht so streng gehandhabt. Aber zurück zu Deutschland: für Druckluft ist ein Atemanschluss mit dem Gewinde G5/8“ vorgeschrieben, für Nitrox hingegen ist ein Atemanschluss mit einem Gewinde M26x2 vorgeschrieben. Dazu kommt, dass die gesamte Ausrüstung sauerstoffverträglich und auch sauerstoffrein sein muss. Einzelheiten zu diesem Thema werden im Nitrox-Kurs behandelt. Denn selbstverständlich darf man erst mit Nitrox tauchen, wenn man ein entsprechendes Brevet erworben hat.
Dann zum guten Schluss noch die Füllmethoden:
Hier haben sich im Tauchsport zwei Methoden durchgesetzt, einmal das Füllen über eine Membrananlage und das Füllen über die Partialdruckmethode.
Bei der Membrananlage wird Druckluft über eine teildurchlässige Membran geschickt die für Sauerstoff „durchlässiger“ ist als für Stickstoff. Das Ergebnis ist ein Atemgas mit erhöhtem Sauerstoffanteil, da der Stickstoff ja quasi „ausgefiltert“ wird.
Diese Methode hat einige Vorteile:
Es braucht nicht mit reinem Sauerstoff gehändelt werden und es gibt relativ genaue Mischungen.
Der große Nachteil ist, dass der Kompressor sauerstoffrein sein muss und dass eine Membrananlage in der Anschaffung so teuer ist, dass sich das eigentlich nur für Tauchbasen lohnt.
Bei der Partialdruckmethode wird entsprechend dem gewünschten Atemgas erst ein gewisser (An-)-teil Sauerstoff in das Tauchgerät gefüllt und nachher einfach mit Druckluft aufgefüllt (Im Fachjargon spricht man von „Auftoppen“).
Dieses System ist vom Handling her ein wenig komplizierter und das große Problem ist, dass reiner Sauerstoff umgefüllt und auch gelagert werden muss. Aber im Gegensatz zur Membrananlage sind hier die Anschaffungskosten moderat und es ist jedes beliebige Gemisch herstellbar.
Falls bei Euch noch eine Frage offen ist, will ich diese gerne per Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. beantworten:
Herzliche Grüße
Euer
Heiko Heimann
Aktualisiert (Dienstag, den 12. April 2011 um 17:15 Uhr)